Update 1: Girlspaper - Ich habe eine Idee verschenkt

Update 1: Girlspaper - Ich habe eine Idee verschenkt

Mit Ideen ist es so ein bisschen wie mit der Liebe. Man kann sich meist nur auf eine so richtig einlassen, oder man scheitert beim Versuch, sich aus vielen Kleinen, die Große zusammen zubauen. Oft fällt es schwer loszulassen, doch wenn man es endlich geschafft hat, ist am Ende diese Freiheit, die all den Schmerz wieder in neue Euphorie verwandelt. Und wenn man sich eingesteht, dass vielleicht auch gerade einfach der falsche Zeitpunkt ist, kann es sogar gut tun, wenn man seine Sehnsucht in anderen Dingen wachsen sieht. Wie bei Ideen eben.

Ein bisschen so war es auch, als ich mich vor einigen Wochen größenwahnsinnig entschied, einfach mal eine meiner Ideen dem Internet zur Verfügung zu stellen. Zum einen, weil mir einfach die Zeit fehlt und ich mich auf andere Ideen konzentrieren will, zum anderen, weil es für mich ein wunderbarer Test wurde und ein kleines Beispiel für den wahren Wert von Ideen. Jede noch so gute Idee ist nämlich nichts wert, wenn sie nicht realisiert wird. Ein bisschen so, wie die unerwiderte Liebe eben. 

Inzwischen könnt ihr mit ansehen, was aus der Idee meines "Girlspaper" geworden ist. Denn mit "Bunt" ist die freudige Weiterentwicklung nun offiziell gefunden. Schwarzweiß-Fotograf Andreas Jorns und Designer Matthes Zimmermann haben sich dem Projekt angenommen und es in vielen Details noch einmal verbessert. Durch meinen öffentlichen Post, habe ich die wahren Interessenten an der Idee natürlich etwas unter Druck gesetzt - was ich im Nachhinein noch besser finde - weil im Internet einmal mehr die Geschwindigkeit der Umsetzung zählt.

Und so soll Euch die erste Ausgabe von Bund schon im letzten Quartal des Jahres zur Verfügung stehen. Viele Ideen der beiden sind für mich gleichzeitig der Beweis, dass man mit offener Kommunikation und etwas Glauben an die Menschen da draußen, noch viel Größeres erreichen kann und wir dank der Karmabilanz sowieso die richtigen Menschen für so etwas einsetzen.

Auch wenn ich im Moment der Veröffentlichung meines kleinen Blogposts, den ihr hier nachlesen könnt, für mich schon mit der Idee abgeschlossen habe, freut es mich, dass mit Matthes nun ein echter Designer am Layout der Zeitung arbeitet. Dass neben Andreas jeder Fotografierende nun eigene SW-Strecken ähnlich dem Hedonist Post einsenden kann und bei Publikation sogar mit einer Vergütung rechnen darf. Das ist genau das, was ich persönlich vom menschlichen Umgang zwischen Kreativen und einer Publikation erwarte. All in all scheint mir "Bunt" schon jetzt eine großartige Entwicklung, deren Wachstum ihr hier hoffentlich noch ein bisschen mitverfolgen dürft, solltet ihr Andreas und Matthes noch nicht im Social-Web folgen.

Für mich war der Spaß schon jetzt eine große Genugtuung, wenn man sein ehemaliges Gedankengeschöpf so schnell wachsen lässt. Vielleicht sollten wir viel öfter Ideen verschenken, bevor sie in den Gehirnwindungen und verstaubten Archivschubladen des Schreibtisches verschimmeln und niemals das Licht des Internets erblicken. Am Ende ist es eben doch wieder wie in der Liebe. Geteilt ist sie am Besten.

PS: Gleichzeitig hat sich wohl auch ein Berliner Verlag mit dem Thema auseinandergesetzt und will sich ihm annehmen. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt, auch wenn ich nicht wirklich an eine Realisation glaube. In meiner Parallelwelt der Liebe wäre das wohl so, wie, wenn die große Liebe auf dem erst besten Rastplatz vom Lehrersohn in Papas geleasten Auto weggeflankt wird. Oder so.

Weekly #30

Fuck, ich bin wirklich hier. Hallo Hurghada.

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