Mein erster Portugal Urlaub in Monte Gordo

Mein erster Portugal Urlaub in Monte Gordo

Oh ja, da hatten mich die beiden Verrückten mit ihrer Urlaubsidee genau zum richtigen Zeitpunkt erwischt. Nach Griechenland wollte ich nicht, also flogen wir 7 Tage an die Algarve. Portugals Küste, die nahtlos in spanisches Hoheitsgebiet übergeht. So richtig konnte ich mich leider nicht auf den Urlaub freuen, doch als der Tag des Abflugs immer näher rückte, kam die kleine Pause wie gerufen. Es sollte sich lohnen, wie die folgenden Bilder hoffentlich beweisen.

Untergebracht in einem der ersten Hotels von Monte Gordo waren wir innerhalb von 1 Minute am weichen Sandstrand. Zwar konnten wir weder die Balkontür noch die Badezimmertür unseres Zimmers schließen und auch der Kühlschrank funktionierte nicht, dafür reichte aber das Wlan von der Rezeption gerade noch bis ins Bett. Wie sich später herausstellen sollte, sogar an den Strand. Nachts jedenfalls. Warum auch immer. Und wir konnten vom Balkon direkt aufs Meer gucken. Da wir Halbpension gebucht hatten, frühstückten wir spät und gingen lange an den Strand. Für 7,50 ersteigerten wir billige Plastikschirme und einen Volleyball, der eher einem Ei glich.

Da ich mich im Vorlauf nicht wirklich mit Strandurlaub anfreunden konnte, hatte ich gut vorgesorgt. Neben einem Buch! Ja, einem Buch - ich sollte tatsächlich nach 2 Jahren mal wieder etwas lesen - hatte ich mir auch die Canon EOS 100D ausgeliehen. Im Urlaub wollte ich schließlich nicht immer die "große" 6D mitschleppen. Da ist die kleine 100D wirklich attraktiv. Die Bilder aus der kleinsten Spiegelreflex-Kamera der Welt seht ihr ja jetzt hier. Und das Ding ist wirklich wirklich klein. Mit dem überarbeiteten 18-55mm macht es sogar mehr Spaß, als mit der alten Version des Kit-Objektivs. Da die Kamera allerdings so klein ist, könnt ihr Euch direkt an kleine Balance-Schwächen gewöhnen. Egal, was ihr dran schraubt, das Objektiv ist IMMER schwerer als der Body. Das dauerhafte Gefühl, dass die Kamera nach vorne wegkippt, ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Hier wünsch ich mir ein 25mm Pancake und die Sache wär der Hammer. Aber auch so ist die 100D eine perfekte Reisekamera für Fotografie-Einsteiger mit höheren Ansprüchen. Außerdem passt sie selbst in den kleinsten Hotel-Zimmer-Tresor. Da ich dummerweise das falsche Ladeteil einsteckte, musste ich sparsam mit dem Akku umgehen und fotografierte deutlich weniger als ich vor hatte. Es benötigte auch 3 Anläufe, bis ich es einmal rechtzeitig für einen Sonnenaufgang aus dem Bett und an den Strand schaffte.

Ansonsten lagen wir 5 Tage am Meer. Lasen Bücher, spielten komische Gesellschaftsspiele und ärgerten englische Touristen. Erstmals bekam mich übrigens ein Meer freiwillig überzeugt und ich verbrachte ungewohnt viel Zeit im Wasser. Sonst zieht es mich nämlich eher in die geschlossenen Gewässer. An der Algarve ist es aber so fein sauber und warm, dass ich mich dran gewöhnen könnte. Mit etwas Glück gibt es sogar richtig hohe Wellen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt konnte ich jeden verstehen, der seinen Bürojob gegen das Surfbrett tauscht. Wir rundeten unsere Strandtage mit einer Runde durch den Pool ab.

Selbst nachts ist das Wasser warm und äußerst anziehen, wie wir feststellen durften. Dann scheint nur noch der Mond über der Küste und wirft die brechenden Wellen in ein sanftes Licht. Die Skyline von Monte Gordo im Rücken lauschten wir Jamie Woon, James Blake und den Mumford & Sons über meine Jabra Solemate, während wir in den klaren Nachthimmel starrten.

Ähnlich wie Lagos füllt sich auch der Stadtkern von Monte Gordo erst gegen 21, 22 Uhr wirklich mit Leben. Dann verwandelt sich die kleine Promenade in einen Marktplatz und die Restaurants sind brechend voll mit Menschen. Caipi kostet hier fast überall 3,50 und lässt sich wunderbar als Nahrungsergänzungsmittel einsetzten. Irgendwo hier ergatterte ich auch meinen ersten Schokoladen-Oreo-Milchshake, der wirklich göttlich war. Ernährt habe ich mich dabei primär hauptsächlich von Pizza. Pizza Tonno. Viel anderes blieb mir als frischgebackener Vegetarier ja nicht. Wo wir auch gleich bei einem der großen Schwächen dieser Touristen-Orte sind. Hier wird die heimische Kultur nämlich konsequent ins Landesinnere verdrängt. Pizzeria reiht sich an Pizzeria. Cocktail-Bar an Cocktail-Bar. Zwischendrin ein Tattoo-Studio. Die kleinen Souvinier-Läden sind in der Hand von Indern oder Asiaten.

Und obwohl ich weniger von der portugiesischen Kultur gesehen habe, als erwünscht, war es doch genau der richtige Urlaub zur richtigen Zeit. Ich hatte Zeit zum Nachdenken. Zeit die Dinge zu tun, die ich sonst nie tue, und empfehle jedem einen langen Spaziergang an der Küste. Bei strahlender Sonne ist es wie fliegen, wenn du durch das angenehm kühle Wasser spazierst und dem scheinbar nie endenden Küstenrand entgegen läufst. Unseren kleinen Tagestrip mit dem Auto durch das Land habe ich hier niedergeschrieben.

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