Küchenpsychologie mit Isis

Küchenpsychologie mit Isis

Der Titel klingt im ersten Moment total lustig, im Zweiten superverstörend und im Dritten bin ich mir sicher, dass ich bald einen Übersetzer brauche oder aus dem Internet ausgesperrt werde. Aber was soll ich tun, wenn diese Frau diesen Namen trägt, der nicht einmal eine Abkürzung ist und ich es ziemlich cool finde. Sie wahrscheinlich aktuell eher nicht. Und so sitze ich zwischen den Jahren, in einer AirBnB Bude in Köln und habe vergessen, mich mal wieder richtig mit dem Stand der Sonne auseinanderzusetzen. Ich schau dem Sonnenschlag dabei zu, wie er bis zum Fenster wandert, um dann für immer hinter der gegenüberliegenden Hauswand zu verschwinden.

Mal wieder kein direkter Lichteinfall – seit Jahren versuche ich die Improvisation schon als Soft-Skill zu etablieren, was mir nur mäßig gelingt. In diesem Fall sitze ich am Ende in einer  dunklen Küche, und rege mich über Kunstlicht auf, während Isis an ihrem Kranwasser trinkt. Das klingt sehr unspektakulär und fühlt sich mit der Kamera in der Hand gerade auch ziemlich schlecht an. Weil ich mir sehr sicher bin, dass davon kein einziges Foto diese Bezeichnung überhaupt verdient. In diesen Momenten, zwischen Enttäuschung und Verärgerung fällt mir aber zum Glück in letzter Zeit sehr oft wieder ein, warum ich das mit der Fotografie eigentlich angefangen habe – wegen den Menschen, mit denen Du ich mich umgeben darf.

Und dann sitze ich eben in einer dunklen Küche und quatsche die Hälfte der Zeit mit Isis über die Welt, statt Bilder zu machen, weil es mit Menschen wie Isis geht. Und weil es auf eine ganz eigene Art und Weise inspirierend ist. Stunden später am Rechner darf ich dann auf einmal feststellen, dass die Bilder gar nicht so kacke sind, wie ich dachte, ganz im Gegenteil,  ich sogar sehr mag. An dieser Stelle dürft ihr jetzt mal drüber nachdenken, ob das an den Bildern oder meiner persönlichen Erinnerung an den Moment liegt und was Euch die Fotografie eigentlich bedeutet und warum. Ist doch eine schöne letzte Leseraufgabe, bevor wir ins neue Jahr starten.

Ich beende diesen kurzen Ausflug in die Irrwege meiner unsortierten Gedanken mit einem Danke. Danke Isis für den Moment.

Alicia war hier.

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Mit Ingo und der Quo Vadis übers IJsselmeer

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