Instax gegen Vodka

Instax gegen Vodka

It's Storytime! Ich möchte erstmals ein bisschen ausführlicher aus meinem 366 Tage Projekt erzählen, weil ich die Geschichte schon jetzt mag und weil es für mich ein bisschen verdeutlicht, was Fotografie für mich bedeutet. Ich war vor ein paar Wochen mal wieder mit Sascha unterwegs und wir hatten uns zum Essen beim Mexikaner verabredet. Weil wir beide auf der "falschen" Rheinseite wohnen, und letztes Mal irgendwo in Ehrenfeld abgestiegen waren, stand dieses Mal unsere Seite auf dem Plan. Weil ich ungern die Getränke dort zu mir nehme, wo ich auch esse – ist einer meiner unzähligen Spleens – zogen wir nach dem Essen ein paar Meter weiter. Sascha schlug das HoteLux vor, was nicht weiter spektakulär ist, aber als Fan der russischen Trinkkultur auch nicht die schlechteste Wahl. Wir kippten wild irgendwelche Cocktails und Biersorten runter, wie sich das für so einen Mittwochabend gehört. Mit dabei hatte ich auch meine Instax 300 Wide, die ich aufgrund meines 366 Tage Projekts ja sowieso jeden Tag mit durch Köln schleppe.

Ich machte dieses sagenhaft belanglose Instax, weil mir diese Trinkbilder bei Auf ein Kölsch eingefallen sind und ich sie mag. Egal, ob das mit der Instax funktioniert oder nicht. Jedenfalls könnt ihr Euch denken, dass dieser klobige Klotz nicht lange unentdeckt bleibt. Da wir sowieso direkt an der Bar saßen, triggerte das Blitzlicht natürlich sofort unseren Barkeeper, der mich mit unzähligen Fragen löcherte. "Was ist das für eine Kamera? Ist die alt? Was kostet die? Wo bekomme ich das her? Wie sieht das aus?".

Höchst bemüht habe ich natürlich versucht seine Fragen so kompetent wie möglich zu beantworten, drückte ihm am Ende aber einfach meine Instax in die Hand, die mit noch einem letzten Bild geladen war und sagte "probiers doch aus. Mach mal ein Instax..." Er zog darauf los, verschwand im Nebenraum und kam ein paar Sekunden später mit seinem Kollegen wieder. Mit den Worten "Du machst doch sicher irgendwas mit Medien, mach mal ein Foto von mir und meinem Kollegen" drückt er mir die Kamera wieder in die Hand. Mit dem Vodka Lemon in der einen Hand und der Instax in der anderen ließ ich dann den Fernsehfotografen raushängen und laberte auf die beiden ein: "Mehr nach links, enger zusammen, lachen, hier her gucken, feuer frei. 3...2....1"... Ich drückte ihm das herausfahrende Instax in die Hand und sage "schenk ich dir, kannste an die Theke hängen"....

Als Sascha und ich das nächste Mal zu unseren Gläsern greifen, stehen zwei Vodka-Shots vor uns. Ich machte noch schnell ein Foto mit meiner Mju, bevor auch die der Vergangenheit angehören.

Wenn ihr Euch jetzt fragt, was die Moral dieser Geschichte sein soll, sage ich euch: ich weiß es auch nicht. Wollte es eben nur erzählt haben. Wär ohne Instax, 366 und Fotografie nicht passiert. Zumindest so, vielleicht anders, aber nicht so. Die Shots waren übrigens extremst lecker. Kann daran gelegen haben, dass sie aufs Haus gingen, oder weil sie für meinen Geschmack leicht nach Zimt geschmeckt haben. Aber mein Geschmacks ist sowieso eine andere Geschichte.

Unser erstes Fotografen-Grillen in Köln

Unser erstes Fotografen-Grillen in Köln

Girlspaper: Ich habe eine Idee zu verschenken!

Girlspaper: Ich habe eine Idee zu verschenken!

0