Girlspaper: Ich habe eine Idee zu verschenken!

Girlspaper: Ich habe eine Idee zu verschenken!

Es gibt wohl Menschen da draußen, die mich anhand meines Outputs für relativ produktiv halten. Wenn die wüssten, wie viele angefangene Projekte hier ständig rumliegen, würden die das mit Sicherheit anders sehen. Über angefangene oder gescheiterte Projekte spricht aber keiner so gern, deswegen gehen sie oft in der Versenkung verloren. Ich dachte mir, das ändern wir mal, weil ich da ein Projekt hatte, was mir immer noch sehr gefällt, was ich aber definitiv niemals beenden werde. Es geht um das "girlspaper". Was ich mir darunter vorstelle, erzähle ich jetzt:

Nach meiner dritten Sperrung auf Facebook im letzten Jahr wegen Nacktheit habe ich entschlossen keine Bilder mehr in irgendeins dieser Netzwerke hochzuladen. Zum einen ist es mir zu riskant (mega, pussymove. i know. Wieder hat die Dunkleseite gewonnen) zum anderen, sehe ich nicht ein, meine Bilder wegen irgendwelchen Nutzungsrichtlinien zu zensieren – dann brauche ich sie nämlich gar nicht erst so zu fotografieren. Weil ich eigentlich aber schon immer großer Fan der Nudefotografie bin, habe ich überlegt, wo man diese Arbeiten dann publizieren kann, bzw. ihnen einen Rahmen gibt, wo sie wirken können. Am Besten für Menschen, die eine ähnliche Einstellung zur Nacktheit, Intimität und Nähe haben, wie ich. Leute, die eben nicht nur möglichst viel nackte Haut im Internet sehen wollen und durch einen Tumblr scrollen, sondern die sich etwas mehr Zeit dafür nehmen und versuchen das Gesamtkonzept zu verstehen.

Irgendwie landete ich bei der Idee eines Magazins. Anfangs noch unter dem Workingtitle "Girls on Film", weil alle Strecken im Magazin auf analogem Schwarz-Weiß-Film entstehen sollten. Einheitlichkeit, Ruhe und ein bisschen Entschleunigung habe ich mir davon versprochen. Dann kam Paul mit seinem Hedonist-Post und ich legte meine Idee wieder etwas weiter nach hinten in der Ablage. Irgendwann sah ich auf meinem Instagram dann ein freshes Portfolio eines Fotografen, was auf Zeitungspapier gedruckt war und fand die Idee so cool, dass ich anfing "Girls on Film" wieder zu fokussieren.

Jetzt sollte es also Zeitungspapier sein. Groß. Einfach. Da wirkt auch das Schwarz-Weiß ganz gut. Außerdem mochte ich die Idee des sensiblen Mediums. Vergänglichkeit. Zu schnell geblättert und es ist kaputt. Nicht richtig zusammengefaltet. Und es ist kaputt. Eben ähnlich vergänglich, wie die Schönheit eines nackten Körpers und ähnlich sensibel, wie die Intimität des Moments. Gleichzeitig bietet Zeitungspapier viel Platz für großflächige Bilder und die Chance, die Lieblingsmotive einfach direkt als Poster zu verwenden. Eventuell sogar zu rahmen. Ein paar Recherchen später hatte ich eine Handvoll Onlinedruckerein, die Zeitungsdruck auch in kleinen Auflagen anbieten. Der Produktion steht also nicht mehr viel im Weg. Als ich Mario Poepel von meiner Idee erzählte, war auch der Titel schnell gefunden: Von ihm stammt der Name "Girlspaper".

Bisher habe ich zwei Strecken dafür geshootet und noch 10 Filme auf Lager. Mit Tamara und Canel hab ich angefangen, eigentlich sollte es auch großartige Bilder von Hanna geben, doch da hatte die Kamera etwas dagegen. Ich hatte mal 6 Strecken pro Girlspaper angeplant. Um einen Geschmack für die Bilder zu bekommen, zeige ich Euch auch hier gleich die Scans von Tamara, die ich bisher nur fürs grobe Layout mit InDesign verwendet hatte und die noch nicht einmal gereinigt oder nachbearbeitet sind. So viel vornweg: Mädels finden die Idee super!

Sollte es da draußen jemanden geben, dem die Idee vielleicht ebenfalls gefällt, das Konzept gehört Euch. Wenn ihr mir vor Realisation bescheid gebt, schicke ich Euch auch gerne meine Kalkulationen zwecks Druck, Porto etcpp. Ob ihr da nur eigene Strecken reinpackt und es zu Eurem Baby macht, oder ob ihr Euch Analogstrecken schicken lasst, die ihr kuratiert, ist mir eigentlich egal. Wäre mir jedenfalls eine große Freude irgendwann mal so ein "Girlspaper" in der Hand zu halten.

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